Für das Jahr 2024/2025 habe ich mich entschieden Eric Riechmann vom Besselgymnasium in Minden als Junior-Botschafter in die USA zu entsenden.
Im Rahmen seines Stipendiums geht er ein Jahr auf die Winston Churchill High School in Eugene (Orgeon). Auf dieser Seite berichtet er regelmäßig von seinen Erfahrungen in den USA.
Ende des ersten Halbjahres
Die letzten zwei Monate waren sehr ereignisreich. Zum einen habe ich mein erstes Schulhalbjahr hier abgeschlossen. Das bedeutet, dass ich jetzt die Hälfte meines Aufenthaltes bereits hinter mir habe. Auch wurde mir mittlerweile mein Zeugnis zugesendet, dies hat ein wenig länger gedauert als in Deutschland. Aber ich habe es geschafft, das Schuljahr mit einem 0,8ter Durchschnitt abzuschließen. Hierbei habe ich auch Kurse wie Calculus und AP Physics belegt, die einem in den USA ein Semester des jeweiligen Faches ersparen würden, da man das Material während des Highschooljahres durchgeht. Für mein nächstes Halbjahr habe ich mich entschieden, mit ein paar meiner Freunde den Kurs Yearbook zu wählen, bei dem wir ein Buch erstellen, das alle wichtigen Momente des Jahres festhält. Des Weiteren bin ich auch in die Kurse AP World History und AP Literature gewechselt. Besonders der Literaturkurs fördert meine Englischkenntnisse.
Spaß im Winter
Für ein wenig Spaß war über den Winter auch Zeit. Zum Beispiel bin ich mit anderen Austausch-Schülern meiner Organisation zu einem NBA-Spiel gegangen. Auch wenn das Spiel leider in einer Niederlage für Portland geendet hat, so durften wir doch noch einen Freiwurf auf den echten Profikorb machen. Meine Gastfamilie hat mit mir auch eine nette Tour in den Norden Oregons gemacht, um dort die Multnomah Falls zu besichtigen. Die Multnomah Falls sind Wasserfälle, die sich an der Seite des Columbia Rivers befinden und zu Recht die meistbesuchte Naturattraktion im pazifischen Nordwesten.
Community Service
Auch bei meinen Community Hours geht es gut voran. Zurzeit stehe ich bei 25 Stunden und habe weitere 45, die noch genehmigt werden müssen. Hierbei arbeite ich bei der Community garden Grassroots project mit, das für Menschen regional Essen anbaut, die es sich sonst nicht leisten könnten. Zwar besteht ein großer Teil der Arbeit hauptsächlich aus körperlicher Arbeit, jedoch kann man dort auch wichtige Informationen mitnehmen (z.B. wie man Erde mit Nahrungsmitteln anreichert), die einem im richtigen Leben weiterhelfen. Sehr gut finde ich hierbei auch den Austausch mit den anderen Menschen, die aus verschiedensten Altersgruppen und Bevölkerungsschichten kommen. Dadurch lerne ich die lokale Geschichte und auch Erlebnisse kennen, mit denen ich sonst in meinem Schulumfeld nicht in Kontakt gekommen wäre.
Die größten Bäume der Welt
Des Weiteren durfte ich mir auch noch die Pazifikküste genauer betrachten, da wir dort einmal einen Aufenthalt an der szenischen Küste Nord-Oregons hatten und letzte Woche auch einen Ausflug zu dem Humboldt Redwoods Nationalpark gemacht haben, in dem einige der größten Bäume der Erde stehen, was wahrhaftig atemberaubend ist. Nun fängt hier in den USA die Track Saison an und als Tracktown USA gibt es in Oregon einige Events, bei denen die größten Stars der Lauf Welt erscheinen
Washington DC
Kürzlich durfte ich die Hauptstadt Washington, D.C besuchen. Dort habe ich die Möglichkeit bekommen, mit einem der Senatoren meines Bundesstaates und der Repräsentantin von meinem Bezirk zu sprechen. Washington ist eine sehr schöne Stadt mit einer wunderbaren Architektur und vielen interessanten Möglichkeiten. Auch die Geschichte von Washington, D.C. ist sehr interessant, egal wo man sich aufhält, wenige 100 m entfernt findet man meistens ein Memorial. Diese Memorials - Erinnerungsstätten - durften wir am zweiten Tag nach unserer Ankunft mit einer Bustour besuchen. Während des Workshops, den wir in Washington besuchten, haben wir viele wichtige Erfahrungen gemacht und Museen besucht. Abschließend sind wir dann auch noch zu einem Hockeyring (was ist das?) gegangen. Das war sehr interessant, da ich bisher nur Footballspieler kannte.
Saint Louis
Meine zweite Reise ging nach Saint Louis in die Mitte der USA. Dort hatte ich entfernte Verwandte besucht, die sich dort um die Thanksgiving-Zeit getroffen haben. Hier habe ich nicht nur einen Trip nach Zentral Illinois gemacht, um dort den Ort zu besuchen, an dem meine Verwandten in den USA angekommen sind. Sondern ich hatte auch die Chance, das Lewis und Clark Museum zu besuchen, was sich direkt unter dem Gateway-Arch befindet. Diesen konnte man auch mithilfe einer Tram besteigen, und der Ausblick aus dem circa 100 m hohen Turm ist atemberaubend. Dort habe ich viele interessante Dinge über amerikanische Geschichte kennenlernen dürfen und über die große historische Wichtigkeit von Saint Louis in der Westschließung der USA gelernt.
Deutschland in den USA - Leavenworth
Vor knapp einer Woche war ich dann auch im Nachbarbundesstaat Washington. Dort habe ich mit anderen Austauschschülern aus meiner Region und einem weiteren Stipendiaten aus Portland einen Ausflug in die Stadt Leavenworth gemacht. Eine Art deutsche Stadt, die nach Vorstellungen der Amerikaner von Deutschland gebaut wurde.
Deutsches Essen in den Bergen
In Leavenworth haben wir das Essen ausprobiert und die Häuser angeschaut und uns mit der Geschichte des Ortes vertraut gemacht. Auch wenn der Ort sehr abgelegen in den Bergen liegt und die nächste Großstadt zweieinhalb Stunden entfernt ist, hat er jährlich zwei Millionen Besucher, die sich mit der deutschen Kultur bekannt machen wollen.
Schulsport
Ich bin inzwischen seit einem Monat an meiner Highschool in Eugene. Hier wird ein großer Fokus auf den Schulsport gelegt. Ich spiele in der Fußballmannschaft der Schule. Nach einigen starken Testspielen gegen größere Schulen steht die Liga nun kurz davor, zu beginnen. Auch im Fachunterricht beginnt jetzt die Zeit, in der erste Tests und Klassenarbeiten geschrieben werden. Die im Unterricht gestellten Aufgaben sind im Vergleich zum Besselgymnasium etwas einfacher, auch wenn ich ab und zu noch Probleme mit manchen Fachwörtern habe.
Gastfamilie
Mit meiner Gastfamilie führe ich auch Gespräche über aktuelle oder historische politische Themen, wie zum Beispiel den Nahostkonflikt. Meine beiden Gastmütter haben viel Expertise in diesem Bereich, da sie in politisch gebildeten Berufen arbeiten (Bibliothekarin/Professorin an der Universität im Fachbereich Ethik) und sich auch sehr für diese Themen interessieren. Ich koche gerne traditionelle Gerichte aus Deutschland, wie zum Beispiel Fischbrötchen oder Grünkohl. Gemeinsam unternehmen wir Ausflüge zu schönen Orten in der Natur, Wasserfällen oder Seen, wie dem Crater Lake, dem tiefsten See in den USA.
Großes Interesse an Deutschland
Die Lehrer und auch das Schulpersonal sind stets sehr freundlich, und die Schüler zeigen großes Interesse an Deutschland. Zusammen mit meinen Klassenkameraden und Mitspielern in der Fußballmannschaft unterhalte ich mich auch gerne über die Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland. Dabei geht es oft um die Schule oder Geschichte. Sie versuchen auch, deutsche Wörter auszusprechen, was meistens etwas schwerfällt. Von meiner amerikanischen Austauschorganisation gibt es auch andere Austauschschüler in Eugene. Sie kommen alle aus Europa. Italien, Frankreich, Deutschland und Belgien und sind in ihren Heimatländern der deutschen Kultur meist näher als der amerikanischen Kultur. Zusammen unterhalten wir uns gerne über ihre Erfahrungen mit der amerikanischen Kultur.
American Football
Besonders gefallen haben mir die vielen verschiedenen Möglichkeiten, Sport im Alltag zu integrieren, sei es in der Schule oder bei Besuchen des lokalen Universitätsteams im Football, das in der höchsten Universitätsliga spielt.
Der erste Monat war vor mit neuen und spannenden Eindrücken und ich freue mich, dass ich dieses einzigartige Auslandsjahr erleben darf!
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