"Der lange Tag des Kandidaten"

Die Lübbecker Kreiszeitung begleitete den Alltag von Dr. Oliver Vogt

Von Espelkamp über Lübbecke bis nach Nammen: Kai Wessel, Redakteur der Lübbecker Kreiszeitung, hat Dr. Oliver Vogt einen Tag lang begleitet. Herausgekommen ist lesenswertes Portrait über Ziele, Positionen und Morgenroutine.

Kreis Minden-Lübbec k e (WB). Dr. Oliver Vogt (40) ist Lehrer. Er unterrichtet Physik- und Mathe am Besselgymnasium in Minden. Im Moment müssen seine Schüler auf ihn verzichten. Vogt ist Bundestags- kandidat der CDU. Sein Ziel ist der Einzug in den Deutschen Bundestag in Berlin. Die Reise führte ihn neulich über Lübbecke, Nammen und Südhemmern – ein Tag im Wahlkampf.

Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Für Oliver Vogt beginnt ein neuer Tag. Aufstehen, Duschen, Anziehen, ein schnelles Frühstück. Das E-Mail-Postfach ist voll. Was ist eilig, was kann warten? Vogt be-antwortet die wichtigsten Sachen, ehe er das Haus verlässt.

Um kurz nach 9 Uhr erreicht Oliver Vogt den Espelkamper Markt. Manche haben es eilig, einige grüßen mit einem »Guten Morgen«, andere bleiben länger und schildern ihre Sorgen. Vogt hört zu, erklärt, was er für Espelkamp in Berlin erreichen will: »Dialog ist wichtig. Politiker müssen sich wieder mehr Zeit nehmen für die Bürger. Da haben sich die etablierten Parteien in den vergangenen Jahren nicht genug angestrengt.«

Um kurz nach 10 Uhr steigt Vogt in seinen Audi und begibt sich auf die B239 in Richtung Lübbecke. Um 10.30 Uhr steuert er den Wagen auf den Parkplatz an der Stadthalle. In der Halle wartet eine Podiumsdiskussion mit 700 Schülern: »Wie stehen Sie zur Homo-Ehe?« Vogt antwortet mit einem Zitat von Friedrich dem Großen: »Ich finde, jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.« Es folgt eine Frage zum Burka-Verbot. Der Schüler fordert ein klares »Ja« oder »Nein«. Vogt antwortet mit »Ja«. Er sei gegen die Burka im öffentlichen Raum. Er möchte anderen Menschen in die Augen schauen können.
 

  »Politiker müssen sich wieder mehr Zeit nehmen für die Bürger. Da haben sich die etablierten Parteien nicht genug angestrengt.«
– CDU-Bundestagskandidat Oliver Vogt


Von Lübbecke geht es nach Minden. Vogt muss pünktlich sein, denn um 13 Uhr ist er mit Daniel Günther, dem neuen Ministerpräsidenten von Schleswig- Holstein verabredet. Die Zeit drängt. »Ich halte mich an die Verkehrsregeln, versuche aber auch, niemanden zu behindern.« Im Foyer des Prinz-Friedrich-Cafés begrüßt Vogt zuerst einen Polizeibeamten, kurz danach reicht er dem Ministerpräsidenten die Hand. Günther spricht vor 40 Gästen über Eckernförde, den THW Kiel und die neue Jamaika-Regierung in Kiel. Er sei gerne in den Kreis Minden-Lübbecke gekommen und wolle, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt. »Ein sehr feiner Mensch«, sagt Vogt. Er geht mit dem Gast aus dem Norden von Tisch zu Tisch, diskutiert mit den Zuhörern. Es gibt Aufmunterung, belegte Brötchen und Wasser.

Gegen 15.15 Uhr endet der Besuch des Ministerpräsidenten. Auch Vogt muss weiter – nach Nammen zum Dorfmarkt, Dort wird er von Helmut Kahl, dem 2. Vorsitzenden des Heimatvereins, begrüßt. Der Unternehmer (Garten- und Landschaftsbau) hat heute seinen 68. Geburtstag. Vogt gratuliert, besichtigt den neuen Pizzaofen des Heimatvereins und die ehemalige Nammer Schule. Nach einer Teilsanierung ist dort eine Arztpraxis eingezogen: »Die Ver- sorgung mit Ärzten im ländlichen Raum ist ein Thema. Es hat mich gefreut zu erfahren, wie das in Nammen geklappt hat. Hier gibt es großes Engagement. Das zeigt, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit ist.«

Von Nammen geht es für Vogt weiter nach Mindenerwald, zum Fest am Denkmal des Dorfgründers Johann-Friedrich Brüggemann. Vogt wird von Ortsvorsteher Herbert Heuer begrüßt, der Posaunenchor spielt auf. Vogt geht auf die Leute zu, kommt gut an, wie Heuer später sagen wird.

Ein letzter Termin bei der Ortsunion Südhemmern steht an. Draußen wird es dunkel. Vogt zeigt keine Müdigkeit. »Der Termin bei der Ortsunion hier war mir wichtig, weil ein Kandidat nur so gut ist wie die Truppe, die hinter einem steht.« Er spüre Unterstützung, auch in Südhemmern. 

Um 23.30 Uhr kehrt Vogt zurück nach Espelkamp. Sieben Wochen Wahlkampf liegen hinter ihm: »Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen Orte in unserem Kreis kennengelernt, die ich vorher gar nicht kannte.« Aber jede Fahrt und jeder Termin habe sich gelohnt, sagt Vogt, »wenn ich die Menschen von mir überzeugen konnte«. Das werde er bis zum Wahltag weiter versuchen. Und am Samstagabend ist ja noch Oktoberfest in Minden. . . 

 

Quelle: Lübbecker Kreiszeitung

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